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Die Qual der (gewonnenen) Wahl
GObama!
We fade to grey!

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Der vielgeschmähte Neoliberalismus hält in der Unilandschaft Einzug. Schön zu sehen in der allseits beliebten "Kleine Zeitung" mit ihrer regelmäßigen Kür der amschnellstenfertigstudiert - Studenten zum Steirer des Tages. In den Neunziger Jahren war es ja schwer in Mode, alle Lebensbereiche in die Ökonomisierungs-Sauce zu tauchen: was sich nicht rechnet, ist nichts wert. Auch die Hochschulpolitik blieb davon nicht verschont. Die mit dem „besten“ Universitätsgesetz Europas gesegnete Hochschule zwingt die Studierenden in ein Korsett des geschwinden Abhakens von Prüfungen, weil die meisten ihrer Propagandisten instinktiv begriffen haben, welchen Nutzen das hat. Denn Obacht: Was kein Geld bringt, wird nicht erforscht, und die, die marktauglich forschen, sollen auch möglichst schnell aus dem System Universität in das System Wirtschaft wechseln, der Mensch ist Wissen ist Investition!

Tatsache ist, dass durch den Bakk.-Mag.-Aufbau des Studienplanes eine extreme Verschulung stattgefunden hat, überall gibt es „empfohlene“ Prüfungsketten, man spart nicht mit der Ausweitung der Anwesenheitspflichten (bestes Beispiel hierbei die integrierten Lehrveranstaltungen), die zeitliche Einhaltung des Studienplanes wird zum Heilsbringer hochstilisiert, mehr noch, ein (absolut) unsinniges Vorziehen von Prüfungen wird gefördert. Auf der Strecke bleibt der Freiraum für Eigeninteressen, weil nicht direkt wirtschaftlich verwertbar, der Druck schnell und effizient zu studieren wird aufgrund von Zeit- und Geldmangel (Studiengebühren lassen grüßen) zugleich immer größer. Man will halt ein flottes Studium mit eleganter Negierung der fachlichen Reflexion. Was schlußendlich entsteht, sind Maturanten mit aufgesetzten Spezialwissen, die Uni eher von „uniform“ ableiten denn von „universitas“. Geiz ist geil und schnell studieren ist gut studieren, Blödmann!. Alles muß billig, schnell und effizient sein. Willkommen im Wissensdiskonter.

Hier hatte die Montanuni einen echten Vorsprung durch ihren „ganzheitlichen“ Lehransatz (die Rede sei hier von einer Verbindung aus breitem Allgemeinwissen, exzellentem Fachwissen, Praxis und Persönlichkeit). Dieser wird aber immer mehr ignoriert, man sieht die Hochschüler zu Konsumenten des Ausbildungsangebotes degradiert. Reflektion, Diskussion und persönliche Entwicklung verlieren immer mehr an Bedeutung. Hier muß eine radikale Kehrtwende her, die folgendes beinhalten sollte:

Mehr mündliche Prüfungen, die einzige wirkliche Möglichkeit, Wissen und vor allem Verständnis zu testen, zugegeben hartes Brot für jeden Studenten, aber eine echte Schule, was sicheres Auftreten, sowohl im persönlichen als auch im fachlichen Sinn betrifft.

Schluß mit dem Vereinheitlichungswahn bei den Studienrichtungen. Das bringt nur einen Einheitsbrei und zu viele Köche (oder Institute) in einer Studienrichtung verderben eben diesen. Die Stärke der Montan war immer ein Festhalten an hochspezialisierte Studienrichtungen, die weltweit gesuchte Experten zu Tage förderte. Eine Zusammenlegung von Studienrichtungen mit klingender englischer Benennung zur Studienanfängermaximierung und Effizienzsteigerung ist da kontraproduktiv, die Leobner Uni wird dadurch seelenlos und auswechselbar!

Rückkehr zum alten Diplomstudium. Das Bakk-Mag-System ist ein Fehler, es bringt weder mehr internationalen Studententransfer, das hat die Montan auch schon früher gut hinbekommen, noch steigert es die Qualität des Studiums. Will man z.B. auf einen abgeschlossenen Bakk einen studienfremden Mag aufsetzen, bekommt man es gleich mit einer Horde an Prüfungsvoraussetzungen zu tun. Die Magisteraufsätze sind schon jetzt im Curriculum zubetoniert, so das nur hauseigene Studenten zum Zug kommen. Ein System, das eigentlich eine flexiblere Gestaltung des eigenen Studienplans bringen soll, pervertiert sich hier selbst!

Fazit: der momentane Entwicklungsplan ist der falsche Weg, Montanisten muß die Uni Leoben in die Wirtschaft schicken, nicht bloß ausgebildete Techniker, das vermögen anderer technische Unis auch. Hier lauert auf längere Sicht gesehen eine echte Gefahr für den „Elitenmacher“ - Standort Leoben.

Hiasi Katschnig
matthias.katschnig@gmail.com